Sehenswertes auf der Sbrinz-Route: Stansstad-Engelberg-Jochpass-Innertkirchen

    (Eine ausführliche Fotodokumentation finden Sie auf den Seiten der Wegbeschreibung der einzelnen Routenabschnitte).

    Anfahrt zur Sbrinz-Route ab Luzern mit dem Schiff über den Vierwaldstättersee oder per Bahn nach Stansstad.

    Stansstad: Die Sust am Vierwaldstättersee (erbaut und betrieben vom Kloster Engelberg) zeugt vom Umschlagplatz und der regen Handelstätigkeit über den Seeweg.

    Stans: Verschiedene Gebäude am Dorfplatz, das Salzmagazin (Museum für Kunst), das Höfli (Museum für Geschichte), das Winkelriedhaus (Museum für Kunst und Brauchtum)

    Grafenort: Das Herrenhaus (erbaut und betrieben vom Kloster Engelberg) diente als Talresidenz und Erholungsstätte für Abt und Konvent, als Herberge für vornehme Reisende und als Ort für politische Zusammenkünfte. Ausserdem diente es als Korndiele, Sust und Umschlagplatz für Waren der Säumer und Fuhrhalter.

    Engelberg: Das Kloster wurde vom Zürcher Adeligen Konrad von Sellenbüren gestiftet und 1120 von Mönchen aus Muri unter Abt Adelhelm gegründet. Das Kloster prägte weitgehend die Entwicklung im Engelbergertal. Ebenso nahm die Abtei eine zentrale Stellung im Handelswesen und in der Beziehungspflege weit über die Grenzen ein. Dazu dienten auch die Passwege. Aus der ehemaligen Kloster-Schreiber- und Malerschule ist die heutige Stiftsschule entstanden. 1815 schloss sich Engelberg dem Kanton Obwalden an. Als Vorläufer des heutigen Tourismus gelten die Erstbesteigung des Titlis 1744 und die ersten Kurgäste um 1850. Seit 1931 ist Engelberg auch im Winter über die Strasse erreichbar. Der Bau verschiedener Bergbahnen und Hotels führte zum heutigen Ferienort.

    Jochpass: Der Jochpass wurde bereits im 13. Jahrhundert benützt für die Beziehungen, die das Kloster Engelberg im Haslital und ins Wallis und Eschental (Val Formazza) unterhielt. Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert kam es über den Jochpass immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den reformierten Bernern und dem Kloster Engelberg.

    Engstlenalp: Eine kleine Bergsiedlung am romantischen Engstlensee, wo man sich um Jahrzehnte zurückversetzt fühlt. Viel historisches blieb aus der Säumerzeit erhalten.

    Gental: Die imposante Quelle „Jungibäche“ sprudelt das ganze Jahr aus einer Felswand . Alle Versuche, die Herkunft dieses Wassers herauszufinden, blieben bis anhin ohne Erfolg.

    Schwarzental: Das gleichnamige Restaurant war eine wichtiger Umschlagplatz und Säumerherberge.

    Mühletal: Zu erwähnen ist der Abbau der grossen Erzvorkommen auf Erzegg, Planplatten und Balmeregghorn. Die Weiterverarbeitung erfolgte nicht nur auf der Melchsee Frutt selber sondren auch unten in der Alp Stöckalp und im Mühletal, am Ausgang des Gentales. Erstmals erwähnt wurde das Bergwerk 1357. Es war aktiv bis etwa 1821. Im Mühletal waren neben dem Hochofen diverse Anlagen vorhanden, die mit Wasserkraft betrieben worden sind (Pochwerk, Säge, Hammerwerk, Windmaschine). Erhalten geblieben ist nur das Sägewerk und unter Gestrüpp verborgen die restlichen Mauern des Hochofens. Mit Erzschlitten wurde das Erz zum Hochofen gebracht.

    Wyler: Dieser Weiler mit etwa 100 Einwohnern war schon im Mittelalter ein wichtiger Verkehrknotenpunkt für die Säumer die aus dem Gental, vom Sustenpass oder vom Hasliberg kammen. Ausgrabungen beim Hotel Tännler führten Reste eines römischen Hospizes zu Tage. Das Haus Tännler wurde 1633 durch Heini Thendler gebaut und 1672 erweitert. Es ist seither in Familienbesitz. Vor hundert Jahren wurde in diesem Haus das Restaurant und Hotel Tännler eröffnet. Grossvater Xaver Tännler, Bergführer, hat 1904 als erster den Mont Blanc im Winter bestiegen. Weiter oben das herrschaftliche Haus Richtung Gadmertal war das Verwaltungsgebäude des Bergwerkes Mülital.

    Innertkirchen: Der Name Innertkirchen leitet sich von der Bezeichnung «innert dem Kirchet», einem mächtigen Felsriegel, ab. Der Talboden von Innertkirchen war ein Sumpf. Die Weganlage und auch die Häuser wurden am Hang erstellt. Durch die sumpfige Ebene schlängelte sich die Aare. Heute ist der Hauptsitz der KWO (Kraftwerke Oberhasli) welche die Kraftwerke am Grimsel betreiben der wichtigste Arbeitgeber.

    Sehenswertes auf der Sbrinz-Route: Alpnachstad - Giswil - Brünig - Meiringen

    (Eine ausführliche Fotodokumentation finden Sie auf den Seiten der Wegbeschreibung der einzelnen Streckenabschnitte).

    Anfahrt mit dem Schiff ab Luzern über den Vierwaldstättersee oder per Bahn nach Alpnachstad.

    Alpnachstad: Schiffsländte und Bahnstation am Standort einer ehemaligen Sust. Talstation der Pilatus-Bergbahn.

    Alpnachdorf: Grosse Dorfkirche mit Kapelle.

    Sarnen: Historischer Dorfplatz mit Steinbrunnen, malerischen Häuserfassaden, Kirche und Rathaus. Ein Heimatmuseum präsentiert die Geschichte des Sarneraatales. Im Ortsteil Kirchhofen steht eine prächtige barrocke Pfarrkirche und darüber, auf dem aussichtsreichen Ramersberg, ein hübsche Kapelle.

    Wilen: Historisch, interessante Dorfkapelle.

    Giswil: Auf zwei ehemaligen Burghügeln befinden sich die St. Laurentiuskirche und die Ruine Rudenz.

    Summerweid: Auf der Höhe Kaiserstuhls, liefert den Blick ins Tal und zum Einzugsgebiet dem grossen Flyschgebiet der Laui.

    Bürgeln: Schöne Kapelle über dem Seeufer. Der alte Säumerweg führte der Ostseite des Lungernsees entlang, von der alten Wegsubstanz ist nichts mehr erhalten. Unsere Routenwahl fällt auf der Westseite, weil diese ruhiger und verkehrsfrei ist.

    Lungern: Der Turm der ehemaligen alten Dorfkirche von 1619 steht noch auf einer Wiese. Nach mehreren Ausbrüchen und Zerstörungen durch den Eibach wurde die alte Kirche 1887 an den heutigen Standort über dem Dorf verlegt, Turm und Chor aber am alten Platz belassen. Die Form des Turmhelmes wurde durch die Nähe des Berner Oberlandes beeinflusst.

    Hagsflue: Der historische Treppenweg in der Hagsflue ist rund 12 m lang und 1,5m tief. Darin sind 10 Felsstufen eingmeiselt. Man nimmt an, dass dieser Einschnitt in den Felsen aus der Zeit der Römer stammt.

    Brand: Das Wort „Brand" leitet sich aus Rodung und Feuerrodung ab. Diese Lichtung war ein klassischer Rastplatz und man fand hier auch Pfeilspitzen von vor 8000 v.Chr. Diese Lichtung, die am Rand erhöht ist, war ziemlich sicher sumpfig und wies eine Doline auf, die als Wasserquelle für die Pferde diente. Dass es ein Rastplatz war, wird dadurch erhärtet, dass eine alte Feuerstelle gefunden wurde.

    Brünigpass: 1007 m ü.M. Kantonsgrenze mit Bahnstation und Motorfahrerdenkmal. Holzgebäude beim Kulm, das auf das ehemalige Berner Zollhaus von 1600 zurückgeht. Dieses wurde aufgegeben, nachdem der Verkehr über den Grimsel abnahm und vermehrt ins Lötschental gesäumt wurde. Die Unterwaldner Säumer mussten aber nur an einer Stelle den Zoll entrichten. Der Brünigpass war jahrhundertelang die Grenze zwischen den Konfessionen und somit auch immer wieder Austragungsort von Konflikten.

    Meiringen: Meiringen ist auf dem Wildbachdelta des Alpbaches, der von Hasliberg kommt, erbaut worden. Die Kirche wurde mehrmals durch Hochwasser verschüttet. Die historischen Überreste der ursprünglichen romanischen Gebäude sind unter der heutigen Kirche restauriert und zu besichtigen. Nicht wegen der Verschüttungen sind so wenig alte Häuser erhalten, sondern weil das Dorf in den Jahren1879 und 1891 fast vollständig niederbrannte und neu mit Steinhäusern errichtet wurde. Die wenigen erhaltenen Holzäuser findet man um die Kirche und am unteren Ende des Dorfes. Mächtige Schutzdämme verhindern heute neue Überschwemmungen des Alpbaches.

    Äppigen: Das Gut Appingen gehörte 1506 dem Landamman Arnold Frunz aus Obwalden. Derselbe war auch der Erbauer des "von Wyl-Hauses" auf dem Dorfplatz in Sarnen. Diese Tatsache kann man als Indiz für den Passverkehr werten. Erhärtet wird dieses noch damit, dass der Landamman Frunz Wirt war. Dies geht aus einer Schrift von Thomas Platter, einem Geissknabe aus dem Wallis, der Direktor der Uni Basel wurde. Er beschreibt in dieser Schrift, wie er im Oktober von Zürich zu Fuss ins Wallis wollte. Er übernachtete in einem Gasthaus in Sarnen. Er beschrieb das Gasthaus als Haus an der Brücke. Dies kann nur das "von Wyl-Haus" sein. Thomas Platter beschreibt in seinem Bericht ebenfalls, wie es im Gasthaus zu und her ging. So spielte die Wirtin die Laute und der Wirt sang.
    Auf die Frage, ob sie nicht wegen des Lärms gebüsst werden, erwiderte der Wirt:" Nein, heute sei Unterwaldner Nacht und der Landamman käme auch noch:" Mit der Unterwaldner Nacht war wohl die Älplerkilbi gemeint. Mit dem Landamman war Arnold Frunz gemeint, der in diesem Doppelhaus von 1504 wohnte. Frunz war sehr reich. Diesen Reichtum erlangte er wohl durch den Handel, was auch eine Glasscheibenschenkung von Basel und Schaffhausen an den Seckelmeister Frunz beweist. Später findet man im Familienwappen der Frunz einen Stierenkopf, was wohl darauf hindeutet, dass die Familie Metzger wurde.

    Sehenswertes auf der Sbrinz-Route: Innertkirchen-Grimsel-Griespass-Val Formazza

    (Eine ausführliche Fotodokumentation finden Sie auf den Seiten der Wegbeschreibung der einzelnen Streckenabschnitte). Unterstock: In dieser alten Siedlung am Saumweg (dem alten Grimselweg) sind noch Fundamente alter Ställe sichtbar. Diese könnten für die Saumpferde genutzt worden sein. Belegt ist ein Streit, an dem Remigi Jenny von Unterstock beteiligt ist.

    Ägerstein: Der Standort der heutigen Alpkäserei war ein früheres Gasthaus und der Bernerzoll für den Saumweg zum Grimselpass. Die Zollgelder wurden für den Ausbau und die Instandhaltung des Passweges gebraucht.

    Guttannen: Der letzte Ort vor dem Grimselpass. Früher Rastplatz und Herberge der Säumer. Auch durch die Sage vom Wegerbaschi bekannt. Guttannen ist seit Jahrhunderten ein Zentrum der "Strahler" (Kristallsucher).

    Handeck: Vor dem heutigen Hotel Handeck existierte hier schon vor 200 Jahren eine Säumerherberge. Säumerstein, so genannt, weil dort, am Ende des Handeggbodens, die Säumer zu rasten pflegten. Der Weg führt durch ein Lawinengebiet (Handegglauene). Er wurde nicht speziell gut ausgebaut, da er jeden Frühling wieder instand gestellt werden musste.

    Häli Platte: Häle bedeutet glatt, glitschig, rutschig. Das Wort bedeutet nicht hell, wie oft beschrieben. Diese unzutreffende Annahme ergab sich, weil die grossflächige, abschüssige Granitplatte hell leuchtet und von weitem zu sehen ist. Da hier der Ausbaustandard des Weges bedeutend höher ist (Stufen und Steinpflästerung) als jener vor dem Säumerstein, ist anzunehmen, dass von jeher weniger Lawinen auftraten.

    Chuenzentännlen: Grosser Granitblock mit Gletscherschliff in moorigem Berghang.

    Kleines Böglibrüggli: Steinbogenbrücke mit 6 m Spannweite, 2 m breit, grosse Steinplatten als Brüstung. Talseits ist in der Schlucht eine Gletschermühle zu sehen.

    Grosses Böglibrüggli: Spannweite 13 m, Breite 2,5 m. Holzgeländer und Brüstungsplatten. Diese Brücke wurde im letzten Jahrhundert von einer Lawine zerstört und wieder aufgebaut. Die anschliessende Weganlage ist auf geschliffenen Platten und Mauern angelegt.

    Rätrichsbodensee: Der alte Weg führte durch den heutigen Seegrund. Der neue Weg wurde von den Kraftwerken als Wanderweg in die Felsen gesprengt, als die Grimselpassstrasse ausgebaut wurde. Am Ende des Sees, nach dem Sommerloch, stand das alte Grimselspittel, hinter der Spitallamm. Das heutige Hospiz befindet sich auf dem Nollen und dient als Restaurant, Hotel und Ausstellungsraum.

    Grimselhospiz: Markanter Ersatzbau des legendären, im Grimselsee versunkenen "Grimselspittels", mit faszinierender Aussicht auf die Viertausender des Aarmassivs.

    Grimselpass: Der Weg über die Grimselpasshöhe geht hinter dem Totensee vorbei und ist originalgetreu mit Steinpflaster restauriert. Der Abstieg führt über die Grimselalp hinunter nach Obergesteln im Goms (Kanton Wallis).

    Obergesteln: Keine typische Walsersiedlung, Steinhäuser (nach Dorfbrand) prägen das Ortsbild. Schöne Dorfkirche auf einem Hügel.

    Weiler "zum Loch": Am Eingang zum Äginatal stehen alte Holzhäuser mit der Kapelle St. Anna. Die Walliser Sust befand sich ebenfalls in der Siedlung zum Loch.

    Ladstafel: Historische Steinbogenbrücke von 1761. Laden bedeutet aufladen, abladen, umladen, übernachten. Da sich auf dem Griespass kein Hospiz befand, luden die Säumer die Ware im Ladstafel um, machten Rast oder übernachteten dort. Diese Stelle diente nicht nur dem Passverkehr über den Gries, sondern auch demjenigen über den Nufenen. Dass diese Strecke benutzt wurde, bestätigt ein Überfall auf die Meiringer, als diese von Bellinzona zurückkamen.

    Griespass: Gries bedeutet körniger Stein, Sand und bezeichnet die typische Topografie einer Gletschermoräne. Der heutige Weg führt über diese alten Geröllhalden. Zur Zeit der Säumer war der Gletscher aber viel ausgedehnter und der Weg führte über gefährliches Gletschereis. Dort waren Steinplatten und Stangen eingelassen, die als Wegweiser und Orientierungshilfe dienten.

    Griespassfest: Am ersten Sonntag im August findet jeweils das Griespassfest statt, wenn von beiden Seiten des Passes Hunderte von Leuten den Pass erklimmen. Es wird dann eine Messe gefeiert und gemütliches Zusammensein ist angesagt. Der Stausee des Griespasses ist der höchstgelegene Stausee der Schweiz.

    Alp Bättelmatt: Die Bezeichnung dieser Alp ist wohl mit Abgaben an das Kloster St. Blasius verbunden. Betten => die Bete => Abgabe. Sie war lange in Gommer Besitz.

    Lago di Morasco: Im See befindet sich die ehemalige, oberste Walsersiedlung im Tal. Diese musste, gegen den Willen der Pomatter, mit dem Stauseebau geräumt werden.

    Riale: Kleines schmuckes Dorf im oberen Eschental (Val Formazza) mit besonderer Gastlichkeit. In diesem bedeutenden Walserort trifft man auf die Pomatter.

    Tossafall: Wasserfall mit 143 m Höhe, der an den Wochenenden im Sommer zur Attraktion auf Knopfdruck mit Wasser aus dem Morascostausee beschickt wird.

    Ponte: Historischer Umschlaglatz der Säumer. Museum Casa forte: Heimatmuseum der Walser. 750 Jahre Walser. Kirchendokument in Bosco Gurin von 1253. Historisches Sustgebäude.