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Sbrinz-Route
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    Salz als Transport- und Handelsgut

    Von den vielfältigen Waren, wie z.B. Käse, Zucker, Korn, Reis, Öl, Wein und Vieh, die auf der Sbrinz-Route transportiert wurden, war das lebensnotwendige Salz eines der wichtigsten Handelsgüter. Der lukrative Salztransport hatte entscheidend zur wirtschaft-lichen und politischen Entwicklung unseres Lebensraumes beigetragen.

    Salz, ein überlebenswichtiger Rohstoff

    Im Mittelalter galt Salz, aufgrund des Nichtvorkommens als Rohstoff in der Schweiz, als besonders wertvoll. Es war auch für die Rinderzucht und die Käseherstellung unentbehrlich.In historischen Quellen ist schon um 1331 die Rede von Salzlieferungen aus der Region Luzern in das Wallis. Im 15. Jahrhundert gab es zwischen Zürich, Obwalden, Bern und dem Wallis viele Auseinandersetzungen um die Rechte des Salzhandels. Die politischen Machtzentren wollten den lukrativen Salzhandel jeweils für sich ausnutzen und strebten immer wieder eine staatliche Kontrolle an.

    Bern versuchte jahrhundertelang den Salztransport durch Obwalden zu unterbinden und ihren Salzhandel auf der Route Thun-Meiringen-Grimsel durchzusetzen. Dies führte besonders in Reformationszeiten mehrfach zu Konflikten und Unterbrechungen der Handelswege. Gravierende Auswirkungen, die bis ins Berner Oberland reichten, hatte 1529 die von Zürich und Bern verhängte Handelssperre gegen die Innerschweiz. Durch ständige Druckmassnahmen schafften es die Berner allmählich, dass die Salzlieferungen durch Obwalden im 17. Jahrhundert immer mehr zurückgingen und im 18. Jahrhundert fast ganz eingestellt wurden. Neben den Einnahmequellen durch Zölle aus dem Salztransport spielte vor allem die Herkunft des Salzes und die damit verknüpften politischen Beziehungen eine bedeutende Rolle bei den Streitigkeiten.

    Herkunft und Lieferwege des Salzes

    Die Gewinnungsorte des Salzes, das durch Obwalden transportiert wurde, lagen vor allem in Österreich. Aus dem Salzkammergut und später hauptsächlich aus Tirol wurde das Salz durch die österreichischen Alpen in Fässern mit Pferden und auf Wagen zum Bodensee oder auch zum Walensee transportiert. Abwechselnd ging es dann per Schiff oder über Land nach Horgen am Zürichsee. Anschliessend verfrachtete man die Ware wieder auf dem Landweg nach Zug und weiter nach Luzern oder Küssnacht am Vierwaldstättersee. Hier wurde abermals umgeladen und der Transport entweder zum Gotthard oder mit dem Schiff nach Buochs, Stansstad oder Alpnachstad fortgesetzt.

    Unzählige Gerichtsdokumente belegen die ständigen Streitigkeiten von Regierungs- obrigkeiten, Händlern und Säumern um die Salzhandelsrechte zwischen Obwalden und dem Pomat.

    Die Berner wollten, wie vorgängig schon erwähnt, dass die Walliser und die Pomatter ihr Salz über die Route Thun-Interlaken-Meiringen-Grimsel beziehen sollten. Der Grund lag unter anderem an den burgundischen und lothringischen Herkunftsorten ihres Salzes.

    Das Salz aus Österreich und Deutschland war aber bezüglich der Qualität dem französischen überlegen und im Pomat (Eschental) sehr beliebt. Auch spielte die Möglichkeit des Tauschhandels, Salz gegen Korn im Wallis und Salz gegen Wein im Pomatt, eine wesentliche Rolle, weshalb diese Täler ihr Salz lieber aus Obwalden holten.