Geschäftsstelle
Förderverein
Sbrinz-Route
Postfach 3753
CH-6002 Luzern

Telefon 041 226 21 03

info@sbrinzroute.ch

Impressum


    Formazza heute

    Formazza (walerdutsch/ dt. Pomatt) ist eine Gemeinde mit 438 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2009) in der italienischen Provinz Verbano-Cusio-Ossola VCO (VB), in der Region Oiemint.

    Geschichte "Der Walser"

    Die An- oder Besiedlung durch Walser

    Der zeitliche Rahmen und die Gründe der Auswanderung aus dem Wallis: Im ausgehenden 12. Jahrhundert überstiegen die ersten Gruppen von Oberwallisern die Pässe, um sich in den benachbarten Bergtälern anzusiedeln. Die Auswanderung erreichte im 13. Jahrhundert den Höhepunkt und fand um die Mitte des 14. Jahrhunderts ihren Abschluss.

    Es kann nicht mit Sicherheit beantwortet werden, warum diese Bauern und Hirten das "Goms" (Oberwallis) besonders nach Süden und Osten hin verliessen und auf diese Weise von "Wallisern" zu "Walsern" wurden. Waren es die grossen Kinderzahlen, die eine Überbevölkerung verursachten? Waren es Naturkatastrophen, Klimaveränderungen oder die Pest? War es die Trockenheit des warmen Klimas vor 700 Jahren, das im Wallis Not bereitete? Oder einfach die Lust am Abenteuer?

    Dazu kann niemand mehr befragt werden und es fehlen Urkunden, die davon berichten. Eine zentrale Rolle spielten die Feudalherren mit ihren verwandtschaftlichen und freundschaftlichen Verbindungen, die es gestatteten, die ausgezogenen Walliser in unwirtlichen Gegenden anzusiedeln. Die Bevölkerung und die Anbauflächen wuchsen. Dadurch sicherten die Herren ihren Unterhalt und ihre Herrschaftsansprüche. Die Siedler erhielten an vielen Orten das "Walserrecht" (Kolonistenrecht), d.h. die persönliche Freiheit, das Recht zur Bildung eigener Gerichtsgemeinden und das Recht der freien Erbleihe von Grund und Boden. Dies besagte, dass beim Tod eines Siedlers das Gut auf seine Erben überging. Das "Walserrecht"wurde gegen einen mässigen Zins und die Verpflichtung zum Kriegsdienst gewährt.

    Pass Überquerungen nach Süden
    Einige Gruppen überquerten vermutlich vor 1200 den Simplon und kolonisierten die Südseite des Passes.
    Im 13. Jahrhundert wurden mehrere italienische Hochtäler besiedelt. So liessen sich im Pomatt (Val di Formazza), Saaser Tal und in Gressoney Siedler aus dem Mattertal nieder. Walser aus dem Pomatt zogen um die Mitte des 13. Jahrhunderts weiter und gründeten Boso-Gurin, die heute einzige deutschsprachige Ortschaft im Kanton Tessin. Weitere italienische Walser Siedlungen (Südwalser) sind Im Land (Alagna),  Makaná (Macugnaga), Urnafásch (Ornavasso), Rima und Rimella.